Donnerstag, 9. Juli 2015

Wandeln unter Alubahnen

STRUKTURwandel der Alanus Hochschule nimmt Eingangshalle in Besitz

von Sarah Bauer

Es knistert, sobald sich ein Lufthauch regt. Zwei Besucher lassen die Eingangstür der LUDWIGGALERIE langsam zugleiten und blicken sofort erstaunt nach oben. Dann nach links. Und nach rechts. Die Alubahnen des Kunstwerks STRUKTURwandel sind überall. Sie hängen von der hohen Decke der Eingangshalle herab und enden in unterschiedlicher Höhe.

Der STRUKTURwandel ist in der kompletten Eingangshalle zu sehen © LUDWIGGALERIE


„Die linearen Elemente münden in eine bewegte Struktur“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Florian Kluge von der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter. Gemeinsam mit Prof. Willem-Jan Beeren und Student Max Wester hat er den STRUKTURwandel konzipiert und realisiert. „Wir möchten damit Konflikt und Zusammenspiel von Industrie und Landschaft zeigen. Technisierung und Natur.“ Tatsächlich erinnert der Strukturwandel an eine dreidimensionale Landschaft mit Hügeln und Tälern – nur eben aus Alufolie.

Über 300 Bahnen haben die Künstler aufgehängt und sind dafür in der Umbauwoche für GREEN CITY mit dem Hubsteiger in das Foyer der LUDWIGGALERIE gerollt. Zuerst spannten die Künstler Stücke eines Metalldrahtzauns unter die gläserne Decke. Anschließend zogen sie die langen Alubahnen auf Kleiderbügel, die als Halterungen dienen.

Max Wester, Claudius Bäuml und Prof. Willem-Jan Beeren bei der Installation des Werks © LUDWIGGALERIE
 
Aber Alufolie und GREEN CITY – wie passt das zusammen? „Einerseits ist es eine Provokation“, sagt Florian Kluge und grinst verschmitzt. „Wir wollten damit auch die Frage aufwerfen, wie die Gesellschaft eigentlich mit Materialen umgeht. Andererseits ist Alufolie zu hundert Prozent recyclefähig. Man kann den Stoff eins zu eins wiederverwenden – das wissen viele aber nicht.“

Der STRUKTURwandel ist noch bis 13. September 2015 exklusiv bei uns in der LUDWIGGALERIE im Rahmen der Schau GREEN CITY. Geformte Landschaft – Vernetzte Natur. Das Ruhrgebiet in der Kunst zu sehen und zu entdecken. Auch wenn die Künstler bereits darüber nachdenken, wie sie das Material weiterverwenden, steht fest, dass das Kunstwerk im Anschluss an die Schau an keinem anderen Ort mehr zu sehen sein wird. „Für jeden Ort und jedes Thema erschaffen wir etwas anderes“, verdeutlicht Willem-Jan Beeren. „Das Werk hier ist nach GREEN CITY weg!“

Der STRUKTURwandel ist begehbar © LUDWIGGALERIE
 
Idee und Ausführung des Werks STRUKTURwandel liegen bei Prof. Dr.-Ing. Florian Kluge, Prof. Willem-Jan Beeren und Max Wester unter der Beteiligung von Claudius Bäuml und Balthasar Moos. Hier geht es zur Homepage der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter.

Mehr zur aktuellen Ausstellung GREEN CITY gibt es hier.

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