Donnerstag, 29. Oktober 2015

Offenes Museum für Cosplayer

Über 100 Kostümierte bei der CostumeCulture in der LUDWIGGALERIE


Das rosarote Schloss Oberhausen leuchtet zwischen den gelben und grünen Blättern der Bäume hervor. Im Schlossinnenhof: blaue Haare, geringelte T-Shirts, Schwerter und violette Fell-Anzüge. Es ist „CostumeCulture“ an der LUDWIGGALERIE. Über 100 Cosplayerinnen und Cosplayer sind zum zweiten Cosplay-Day des Museums gekommen – passend zur aktuellen Comicausstellung „Ruthe Sauer Flix – Das ist doch keine Kunst“.

Fursuits und andere Kostüme beim Cosplay-Day © LUDWIGGALERIE


Ein wenig Nieselregen liegt in der Luft, als gegen 14 Uhr die ersten Kostümierten um die Ecke biegen. Sie lachen, umarmen sich. Jeder scheint jeden zu kennen. „Was ist denn hier heute los?“, fragt ein Familienvater etwas verwundert an der Kasse. „Heute ist unser großer Cosplay-Day“, erklärt Renate Dalter, die gerade vorne die Eintrittskarten verkauft. „Die Ludwiggalerie lädt an diesem Tag im Rahmen der Comicausstellung alle Kinder und Jugendlichen ein, als Manga- oder Superheldenfigur verkleidet ins Museum zu kommen.“

Fotosession und Führungen

Wer verkleidet kommt, hat freien Eintritt. „Und nicht nur das – es gibt gleich noch ein Fotoshooting und mehrere Führungen durch die Ausstellung“, ergänzt Xenia Hauf vom Besucherservice. Der Besucher grinst: „Na, das ist ja eine tolle Idee!“ 

Wenige Minuten später ist das Foyer voll und man kommt kaum noch herein. Die ersten Cosplayer laufen direkt neugierig in die Ausstellungsräume, andere stürmen sofort auf das kleine Fotostudio zu und einige greifen erst einmal zu Apfelsaft und Brezeln. 

Was es heißt, Cosplayerin zu sein

„Ich habe 2012 mit dem Cosplay angefangen“, berichtet Pia Reuter alias Grabwächter Cosplay. „Ich möchte Spaß haben, vielleicht auch etwas schauspielern. Ich sehe es als eine weitere Spielart von Kunst an.“ Heute ist sie als Shouyou Hinata gekommen – ihre orangefarbene Perücke hebt sich leuchtend gegen das schwarze T-Shirt ab, sie grinst.

Pia Reuter als Shouyou Hinata beim Fotoshooting © LUDWIGGALERIE
 
Im mobilen Fotostudio inszenieren sich die meisten Cosplayer wie Profis. Posen und Mimik sitzen perfekt, sobald die Fotografin die Kamera hebt. Doch es sind auch Anfänger dabei. „Das ist heute mein allererstes Kostüm“, sagt eine junge Dame mit rosafarbener Perücke ein wenig schüchtern. Als Kunsthistorikerin Nina Dunkmann die erste Führung durch die Ausstellung ankündigt, springen einige Cosplayer direkt auf. „Ja, wo? Wir kommen mit!“

Spontaner Tanz im Innenhof – alles ist möglich

Während unentwegt die Kamera klickt, liegen die ersten fertig ausgedruckten Bilder schon zur Abholung bereit. Zusätzlich bekommt jeder, der möchte, sein Bild auch noch digital zur Verfügung gestellt. Rund um das Gästebuch der Galerie bildet sich eine Traube. Der Kugelschreiber wandert durch die Hände, fröhliches Gelächter tönt von der Gruppe. Draußen im Innenhof haben einige Cosplayer Musik mitgebracht und tanzen dazu.

Auch bei der Führung mit Nina Dunkmann (l.) sind viele dabei © LUDWIGGALERIE
 
Gelobte Schloss-Kulisse

„Das Schönste beim Cosplay ist die Begegnung mit anderen Menschen, die nicht unbedingt in deiner Nähe wohnen müssen. Es ist schön, Freundschaften zu schließen“, erzählt Pia Reuter. „Und ich liebe die Fotos, die beim Cosplay entstehen.“ 

Falls es im kommenden Jahr erneut einen Cosplay-Tag an der LUDWIGGALERIE geben würde, wäre sie gern wieder dabei: „Ich finde den Cosplay-Tag hier sehr schön, weil er in einer lockeren Atmosphäre stattfindet und auch eine wunderschöne Umgebung hat. Außerdem sind die Menschen sehr nett, wie die Mitarbeiter und die Fotografin.“

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