Mittwoch, 2. Dezember 2015

Tierisch was los beim großen Comic-Preis

Verleihung mit Merkel-Karikatur und fliegenden Schafen 

von Sarah Bauer

Neugierig blicken sich die Erwachsenen im Raum um, einige deuten auf die Cartoons an der Wand und lachen. In den Augen der Kinder steht Spannung. Wer mag wohl den beliebten Comic-Preis in diesem Jahr gewonnen haben? Schließlich räuspert sich Kulturdezernent Apostolos Tsalastras und tritt an das schwarze Rednerpult, das vor den knallbunten gerahmten Zeichnungen an der Wand steht. 


Nils Seuthe, Dr. Christine Vogt (Direktorin der LUDWIGGALERIE), Jonas Becker, Janine Verbeeten (SparkasseOberhausen), Klara Ischinsky, Apostolos Tsalastras
(Kulturdezernent Stadt Oberhausen), Paul Philip Schumann und Lisa Marie Groppe (v.l.)
© LUDWIGGALERIE


„Der Comic-Preis in der LUDWIGGALERIE hat ja inzwischen eine schöne Tradition“, sagt Tsalastras mit einem Lächeln. „Und ich finde, es ist auch viel mehr als einfach nur ein Preis. Der Zeichenwettbewerb stellt dar, was in Oberhausen in der Kultur besonders wichtig ist: Die Förderung des Nachwuchses.“
Der kreative Nachwuchs schaut sich derweil unruhig um. „Wann sagen die, wer gewonnen hat?“, flüstert ein kleines Mädchen. „Gleich, einen Moment noch“, erwidert ihre Mutter ebenso leise und grinst.

Ausstellen ohne Berühmtsein

51 Einsendungen von 53 Teilnehmerinnen und Teilnehmern bis 21 Jahre hatte es gegeben zum diesjährigen Zeichenwettbewerb der LUDWIGGALERIE und der Stadtsparkasse Oberhausen. Das Motto: „Tierisch was los – sei dabei!“ Jedes einzelne Bild – ob Sieger oder nicht – liegt nicht etwa abgeheftet und versteckt in einem Ordner in der Schublade, sondern hängt gerahmt in der ersten Etage der Ausstellung „Ruthe Sauer Flix“ – und zwar für jeden zugänglich noch bis zum 17. Januar 2016. Man muss eben nicht immer alt, tot oder berühmt sein, um ausstellen zu können!

Der Beitrag von Jonas Becker, 1. Platz (bis 12 Jahre) © Jonas Becker
Gesine Emmerich, wissenschaftliche Mitarbeiterin der LUDWIGGALERIE, verrät schließlich, wer denn nun das Rennen um die ersten drei Plätze in der Kategorie der Kinder bis 12 Jahre gemacht hat. Nils Seuthe freut sich über den dritten Preis, Ben Noah Dotzauer wird Zweiter. Besonders strahlt natürlich Gewinner Jonas Becker. Der 11-Jährige nimmt Apostolos Tsalastras schwungvoll die Urkunde und das Preisgeld aus der Hand und grinst dabei von einem Ohr zum anderen. „Der Cartoon zeichnet sich vor allem durch die tolle Gestaltung in Form eines eigenen Titelbereichs mit originell eingesetzter Schrift aus“, begründet Gesine Emmerich.

Die Kanzlerin gut getroffen

In der Kategorie der 12- bis 21-Jährigen gewinnt Klara Ischinsky mit ihrem Katzen-Cartoon den dritten Preis. Lisa Marie Groppe wird mit ihrer aquarellierten Karikatur von Angela Merkel mit dem zweiten Platz bedacht. „Als besonders humorvoll heben wir das gelungene Übertragen von eindeutigen Merkmalen einer prominenten Person auf einen passenden tierischen Charakter hervor“, erklärt Gesine Emmerich und gratuliert der 16-Jährigen. Sieger ist – zum wiederholten Mal – Paul Philip Schumann. 

Lisa Marie Groppes Zeichnung von "Mutti Merkel" erreichte den 2. Platz (bis 21 Jahre) © Lisa Marie Groppe
 
Der Cartoon hat unser durch seine sehr gute grafische Qualität und den ineinandergreifenden Wort-Bild-Witz überzeugt“, sagt Emmerich. Der 18-jährige Zeichner malte seinen Cartoon „Wolleball“ erst mit Bleistift vor, bevor er ihn einscannte und am Computer kolorierte. Das war keineswegs verboten. Alle Zeichentechniken von Bleistift und Filzer über Tusche und Copic-Marker bis hin zu Zeichenprogrammen wie Illustrator oder Grafik-Tablets waren erwünscht.

Das Siegerbild "Wolleball" von Paul Philip Schumann © Paul Philip Schumann

„Wir würden uns freuen, wenn ihr auch im kommenden Jahr beim nächsten Comic-Preis wieder dabei wärt“, verabschiedet Museumsdirektorin Dr. Christine Vogt die Teilnehmer am Ende der Veranstaltung. Der Zeichenwettbewerb fand bereits zum fünften Mal im Rahmen einer Comic-Ausstellung der LUDWIGGALERIE statt. Alle Bilder sind noch bis zum Ende der Ausstellung „Ruthe Sauer Flix“ am 17. Januar in der ersten Etage der Galerie zu sehen. Ein Blick auf das kreative Potenzial der kommenden Generation lohnt sich in jedem Fall!

Kommentare:

  1. Das ist ja einsame Spitzte. Wir sind alle voll begeistert ! Kann man das Bild erwerben ? Wenn ja, zu welchem Preis ?
    Viele Grüße aus Herdecke

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  2. PS: Der Kommentar aus Herdecke galt Lisa Marie Groppe !

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  3. Lieber Thomas,
    bitte entschuldige die späte Rückmeldung. Gern setzen wir uns nach den Weihnachtstagen einmal mit der Preisträgerin in Verbindung und schauen, was man machen kann! Schicke uns doch für weiteren Kontakt am besten einmal deine E-Mailadresse und/oder Telefonnummer. Gern an sarah.bauer@oberhausen.de.

    Viele Grüße und besinnliche Weihnachten wünscht das Team der LUDWIGGALERIE

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