Donnerstag, 24. März 2016

Ein Dschungel aus Farbe

Airbrush-Workshop für Kinder in der LUDWIGGALERIE

von Sarah Bauer

Vorsichtig nimmt Anna Maria die Pistole in die Hand. Das Metall glänzt. Sie zielt auf das weiße Blatt Papier vor sich. Noch ein kurzer Blick, dann ein Windgeräusch – schon erscheint aus dem Nichts bunte Farbe auf dem Blatt. Staubtrocken und in leuchtender Tiefe. „Boah ey!“, kommt es anerkennend aus der Gruppe. Ein bisschen Magie darf eben in keinem guten Ferienworkshop fehlen.

Selbstgebastelte Schablonen für kreative Muster © LUDWIGGALERIE


Nicole Heyduk wirbelt durch den Raum. „Hat jemand die Schere gesehen?“, ruft die Kursleiterin der Airbrush-Workshops in der LUDWIGGALERIE. Keine Antwort. Zu gebannt sind die sechs Mädchen, die rund um den Tisch sitzen, der voll mit Farbflaschen, Schablonen und Papier ist. „Die sind alle kaum zu bremsen“, freut sich Heyduk und ihre Augen leuchten, „und absolut talentiert.“

Kursleiterin Nicole Heyduk erklärt die Technik und was zu beachten ist © LUDWIGGALERIE

Im Rahmen des Ferienworkshops des Museums lernen die jungen Damen an mehreren Tagen, wie man mit einer Airbrush-Pistole umgeht, Farben aufträgt, Schablonen kreativ einsetzt und sie sogar selbst entwerfen und schneiden kann. Vorher gibt es allerdings erst einmal eine kurze Führung durch die aktuelle Ausstellung AMERICAN POP ART in der Galerie – zur Inspiration. Denn es bestehen durchaus Ähnlichkeiten zwischen Siebdruck und Airbrush.

 „Die Farbe fällt dabei im besten Fall schon trocken auf das Papier“, erklärt Nicole Heyduk. Sie ist in ihrem Element und mindestens mit der gleichen Energie dabei wie die kleinen Künstlerinnen, die zwischen 11 und 15 Jahre alt sind. Hier wird eine violette Krone gesprayt, dort ein Ostergruß und am anderen Ende des Tisches entsteht ein Dschungel aus exotischen Blüten mit freihändig eingefügten Schlingpflanzen. 

Mit Schablonen und freihand © LUDWIGGALERIE

„Ich finde das voll cool, was Neues zu lernen und zu entdecken, was man sonst noch so machen kann, wenn man mal nicht Buntstifte und Wachsmaler nimmt“, findet Anna Maria. Vor einiger Zeit hat sie schon einmal einen Airbrush-Schnupperkurs besucht. Jetzt will sie es genauer wissen. „Vielleicht wünsche ich mir sowas dann auch mal zum Geburtstag“, überlegt sie, bevor sie schnell wieder zur Airbrush-Pistole greift, um keine Zeit zu verlieren.

Zum dritten Mal wird in der LUDWIGGALERIE inzwischen geairbrushed. Dabei füllt man zuerst flüssige Farbe in einen kleinen Trichter und lässt dann mittels eines Hebels Luft zuströmen. So wird die Farbe schon zerstäubt auf das Papier geschossen. „Wichtig ist die Kontrolle über das Gerät“, erklärt Nicole Heyduk. „Hält man die Pistole zu lange auf eine Stelle oder ist zu nah am Papier, entstehen dicke, oft noch nasse Punkte, die nicht schön aussehen.“

Beim Airbrushen wird die Farbe auf das Papier gepustet © LUDWIGGALERIE

Das passiert an diesem Tag allerdings nicht oft. Die Mädchen lernen schnell und sind schon nach kurzer Zeit kleine Profis im Airbrushen. „Machen wir mal eine Pause gleich?“, fragt Nicole Heyduk in die Runde. Die Gruppe guckt sie fast ein bisschen entsetzt an. „Später“, sagt Anna Maria schnell und hat schon wieder eine Schablone in der Hand.

Am Samstag, 9. April 2016, gibt es von 14 bis 17 Uhr noch einen Kurs zur Einführung in die Technik des Siebdrucks in der LUDWIGGALERIE. Er ist geeignet für Familien und Interessierte ab zwölf Jahren. Der Kurs kostet pro Person 21 Euro. Anmeldungen sind noch möglich unter 0208 41249 28 oder ludwiggalerie@oberhausen.de.

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