Mittwoch, 28. März 2018

"Oh, what, wow… He's the greatest dancer,…

…that I've ever seen", ertönt es in der LUDWIGGALERIE. Wir schreiben das Jahr 1979 und die neue Single von Sister Sledge erobert gerade die Charts. Im Hintergrund an der Wand: das Filmplakat von Saturday Night Fever (1977). Während die Bee Gees "Night fever, night fever… We know how to do it!" trällern, streckt John Travolta – mit weißer Schlaghose –  den Zeigefinger in die Höhe und lässt die Frauenherzen höher schlagen.

Lounge in der Ausstellung SHOOT! SHOOT! SHOOT!, 2018 © LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen

Lounge in der Ausstellung SHOOT! SHOOT! SHOOT!, 2018 © LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen

Gerade eingeflogen aus London, Paris oder Mailand. Eben noch den Pelz umwerfen, in die High Heels schlüpfen und ab in den Club! Vom Musiker über Künstler bis hin zum Fotografen, Schauspieler oder Modell – die Jet Set-Society feiert bald in Oberhausen. Cheers auf die Swinging Sixties! Es glitzert, es ist bunt. Flower Power und Peace! FÜR den Weltfrieden und FÜR die Freiheit des Individuums. Man geht auf die Straße, man geht auf die Bühne. Es lebe der Rock 'n' Roll.

Lounge in der Ausstellung SHOOT! SHOOT! SHOOT!, 2018 © LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen


Lounge in der Ausstellung SHOOT! SHOOT! SHOOT!, 2018 © LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen

PARTY! PARTY! PARTY! In den 60er und 70er Jahren pulsiert das New Yorker Nachtleben: Nach der Performance in Andy Warhols Factory zieht man weiter ins Halston House oder ins Studio 54. Mit dem Fotoapparat um den Hals, stets gewappnet für den besten Schnappschuss! Es ist der 13. April 1967. Heute treten The Velvet Underground & Nico auf dem „Trampoline-Opening“ der New Yorker Disco The Gymnasium auf. Auch Papparazzo Ron Gallela lässt sich das Event nicht entgehen. Hier entsteht sein Schnappschuss von Nico, die sich während der Party auf ein Trampolin schwingt. Das von Andy Warhol produzierte Debütalbum von Velvet Underground kommt in diesem Jahr auf den Markt.
Lounge in der Ausstellung SHOOT! SHOOT! SHOOT!, 2018 © LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen
2018 – rund 51 Jahre später, findet am Samstag, den 14. April 2018, 19-22 Uhr, die FACTORY PARTY in der LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen statt. #MUSEUMatNight. Eine Zeitreise zurück in die Ära der 60er und 70er Jahre! Folgende Highlights erwarten euch:



FACTORY PARTY am Samstag, den 14.4.2018 in der LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen



MUSIC! der 60er und 70er Jahre mit DJ Strangelove
DRINKS! an der Cocktail-Bar
DANCING! unter der Discokugel
WORKSHOP! mit Siebdruck für T-Shirts und Papiertüten (Wer ein T-Shirt bedrucken möchte, bringt sich bitte ein vorgewaschenes T-Shirt mit)
SHOOTING! in der Lounge
SPEED-Führungen durch die Ausstellung SHOOT! SHOOT! SHOOT mit Dipl. Fotodesigner Axel J. Scherer und Schülerinnen vom Elsa-Brändström Gymnasium

Die FACTORY PARTY ist kostenfrei in Verbindung mit dem Museumseintritt. Es besteht KEINE Verkleidungspflicht!  
Lounge in der Ausstellung SHOOT! SHOOT! SHOOT!, 2018 © LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen

Die Ausstellung SHOOT! SHOOT! SHOOT! Fotografien der 60er und 70er Jahre aus der Nicola Erni Collection ist noch bis zum 27. Mai 2018 in der LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen zu sehen.


Studio 54, New York, c. 1977-79 © 2017 The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc., Licensed by Artists Rights Society (ARS), New York; © 2017 LUDWIGGALERIE
Autorin: Natascha Kurek


Montag, 19. März 2018

Andy Warhol‘s Factory in Oberhausen

Grace Jones and Andy Warhol, Studio 54, New York, 1978 © Ron Galella, Ltd.; © 2017 LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen
Wenn man die aktuelle Ausstellung SHOOT! SHOOT! SHOOT! in der LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen besucht, durchschreitet man zunächst einen silbernen Raum. Wir betreten die Sphäre von Andy Warhol‘s Silver Factory – ein mit Alufolie tapeziertes Loft in New York, das Ende der 1960er von den Factory-Mitgliedern als Atelier, Filmstudio, Konzerthalle oder Literaturhaus genutzt wird.

Ausstellungsansicht SHOOT! SHOOT! SHOOT!, 2018 © LUDWIGGALERIE, Axel J. Scherer
Das Experimentieren mit alternativen Kunst- und Lebensformen ist hier an der Tagesordnung. Neben der kreativen Entfaltung in der Factory dient auch das nächtliche Party-Leben als wichtige Begegnungsfläche. So trifft man sich außerhalb der Factory noch im Studio 54 oder im Halston House zum ausgelassenen Feiern. Ein Sehen und Gesehen-Werden.
Ausstellungsansicht SHOOT! SHOOT! SHOOT!, 2018 © LUDWIGGALERIE, Axel J. Scherer
Das Posieren vor der Kamera gleicht einem performativen Akt. Mit dem ‚Party-Schnappschuss‘ wird die Fotografie zu einem wichtigen Bestandteil des Party-Geschehens. Die Nicola Erni Collection versammelt in der Ausstellung SHOOT! SHOOT! SHOOT! ca. 200 Fotografien, die exklusive Einblicke in den Life-Style der Künstler- und Promiszene liefern. Nahezu spürbar ist die pulsierende Atmosphäre der damaligen Zeit.
Ausstellungsansicht SHOOT! SHOOT! SHOOT!, 2018 © LUDWIGGALERIE, Axel J. Scherer
Das Jet-Set-Leben vereint prominente Gesichter der 60er und 70er Jahre aus den unterschiedlichen Metropolen der Welt. Allein im ersten Ausstellungsraum der LUDWIGGALERIE begegnen uns Weltstars, wie Frank Sinatra, Bianca und Mick Jagger, Bob Dylan, Elton John, Arnold Schwarzenegger, Jerry Hall, Truman Capote, Liza Minnelli, Grace Jones, David Bailey oder Edie Sedgwick.
Ausstellungsansicht SHOOT! SHOOT! SHOOT!, 2018 © LUDWIGGALERIE, Axel J. Scherer
Auffallend häufig erscheint Andy Warhol auf den Fotografien, die von namenhaften Fotografen, wie Richard Avedon oder Helmut Newton stammen. Andy Warhol beim  Erstellen seiner Siebdrucke. Andy Warhol beim ausgelassenen Feiern mit seinem Superstar Edie Sedgwick. Andy Warhol im Bett mit David Bailey.
Ausstellungsansicht SHOOT! SHOOT! SHOOT!, 2018 © LUDWIGGALERIE, Axel J. Scherer
Als Begründer und vielseitig agierender Protagonist der Factory wird Andy Warhol zu einem wichtigen Dreh- und Angelpunkt der New Yorker Szene. Neben seiner Tätigkeit als Künstler und Fotograf, ist er zudem auch als Manager seiner Band The Velvet Underground sowie als Film-Regisseur aktiv.
Ausstellungsansicht SHOOT! SHOOT! SHOOT!, 2018 © LUDWIGGALERIE, Axel J. Scherer
Eine Position, die ihm eines Tages zum Verhängnis wird: Am 3. Juni 1968 wird Andy Warhol Opfer eines Attentats. Die geistig verwirrte Valerie Solanas – ein ehemaliges Factory-Mitglied – wirft Warhol vor, ihr ein Drehbuch gestohlen zu haben. Vor den Räumen der Factory lauert sie ihm auf und schießt dreimal auf ihn. Warhol wird lebensgefährlich verletzt und ist längere Zeit im Krankenhaus.
Ausstellungsansicht SHOOT! SHOOT! SHOOT!, 2018 © LUDWIGGALERIE, Axel J. Scherer
Doch auch dieses Ereignis vermarktet Warhol medienwirksam: Die großformatige Aufnahme von Richard Avedon zeigt Andy Warhol‘s nackten Oberkörper, der durch die Einschusslöcher stark vernarbt ist. Diese sowie weitere Fotografien, rund um die skurrilen Geschehnisse und Persönlichkeiten der Factory, sind noch bis zum 27. Mai 2018 in der LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen zu sehen.
Ausstellungsansicht SHOOT! SHOOT! SHOOT!, 2018 © LUDWIGGALERIE, Axel J. Scherer
Autorin: Natascha Kurek