Dein Song – Deine Story

 

Lieder, die Erinnerungen wecken

Kennt ihr das, wenn ihr einen Song mit irgendwas verknüpft habt? Und wenn ihr ihn nach langer Zeit wieder hört, trifft euch dann der Schlag und die Erinnerungen schießen nur so in Bildern, Gerüchen und Erfahrungen durch euren Kopf, dass es euch umhaut? Von diesem Gefühl des Deja-Vu berichten viele BesucherInnen der Ausstellung „Fotografin unter Musikern – LINDA McCARTNEY – The Sixties and more“ im Großen Haus der LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen. Was heutzutage Taylor Swift, BTS und Justin Bieber sind, waren in den 1960er Jahren Aretha Franklin, The Beatles und Jimi Hendrix. Viele der BesucherInnen sind mit den damaligen Stars und ihren Hits groß geworden, haben sie gefeiert und besondere Momente mit ihnen erlebt. Einige haben uns geschrieben und ihre schönsten Musikmomente mit uns geteilt.

Abb. The Beatles, bei den Aufnahmen zu Abbey Road, London, 1968 © Paul McCartney/Fotografin Linda McCartney/Courtesy Sammlung Reichelt und Brockmann

Darunter ist Bianca, die sich ein Leben ohne Musik nicht vorstellen kann: „Musik hat mich mein Leben lang begleitet, schon als Baby hatte ich ein Plattencover der Beatles neben meinem Bett hängen. Mit fünf Jahren war ich auf meinem ersten Konzert in der Eifel. Viele Lieder begleiten mich durchs Leben, viele, viele Erinnerungen an schöne Momente oder auch traurige sind dabei. Ich freue mich, wenn ich diese Lieder unverhofft im Radio höre.“



Abb. The Beatles, London, 1967 © Paul McCartney/Fotografin Linda McCartney/Courtesy Sammlung Reichelt und Brockmann

Wer die Beatles-Zeit miterlebt und gefeiert hat, der kann auf ein riesiges Potpourri an musikalischen Highlights zurückgreifen. Das bringt uns gleich zum zweiten Grund, neben dem Day of Song, um an diesem Wochenende zu feiern: Paul McCartney wird am Sonntag, den 18. Juni 2022 achtzig Jahre alt! Die Beatles-Legende beginnt seine musikalische Karriere als Rhythmusgitarrist in John Lennons Band „The Quarrymen“. Im Jahr 1960 werden sie zu „The Beatles“ und knapp zwei Jahre später erscheint ihre erste Single „Love Me Do“. Es ist der Startschuss einer steilen Karriere: Zu viert stürmen sie die Charts und werden zu Idolen der Popkultur. Trotz oder wegen ihres großen Erfolgs sorgen interne Konflikte für das Zerbrechen der Band. Paul ist der Erste, der geht. Im Jahr 1970 macht er seinen Ausstieg öffentlich. Aber er bleibt der Musik verbunden und gründet mit seiner Frau Linda die Band Wings. Später macht er sich auch als Solokünstler einen Namen. Sein letztes Album erschien kurz vor Weihnachten 2020 – und feierte großen Erfolg.

Abb. Paul McCartney © Paul McCartney/Fotografin Linda McCartney/Courtesy Sammlung Reichelt und Brockmann

Bei den Liedern der Beatles entstehen Ohrwürmer oftmals schon beim Lesen des Titels, während uns die Lyrics mitnehmen in die Gefühlswelten der Songwriter. Der Klassiker „Hey Jude“ wurde von Paul nach der Scheidung von John Lennon und dessen Frau Cynthia für den damals 5-jährigen Sohn der beiden geschrieben. Eigentlich sollte der Titel „Hey Jules“ heißen und dem kleinen Jungen über die Trennung der Eltern hinweghelfen. Bis heute gilt der Song als die am häufigsten verkaufte Single der Band.

YouTube-Video von dem erwähnten Lied wird hier eingeblendet.

Für Andrea ist dieses Lied untrennbar mit ihrer Schulfreundin Anja verbunden: „Sie hatte damals nur diese eine LP und die haben wir dann rauf und runter gehört. So wie es damals IN war, haben wir im Schlabberpulli und nach Patschuli duftend in ihrem Zimmer Tee getrunken und über die Matheaufgaben... nee über Jungs geredet. :P“


Abb. The Rolling Stones, New York, 1966 © Paul McCartney/Fotografin Linda McCartney/Courtesy Sammlung Reichelt und Brockmann

Neben all den fröhlichen Momenten werden auch schwermütige Erinnerungen von Musikstücken begleitet. Stefanie schreibt vom Gedenken an ihren verstorbenen Vater. Das Lied „As Tears Go By“ von den Rolling Stones wird für sie immer mit Trauer verbunden sein: „Mein Vater war großer Rolling Stones-Fan, und dieses Stück wurde auf seiner Trauerfeier gespielt. Ich kann es mir noch immer nicht anhören.“

Während der Ausstellung laden wir weiterhin alle Menschen herzlichst dazu ein, ihre eigenen Songerinnerungen mit uns zu teilen. Wer vor Lindas Fotografien gerne direkt die Originale auf’s Ohr haben möchte, der kann sich mit einem Soundwalk durch die Ausstellung begleiten lassen. Er liefert den Soundtrack zur Ausstellung und man taucht ganz von alleine ein in die gezeigten Musikwelten.

Je weiter die Ausstellung fortschreitet, umso mehr kann dieser Blogeintrag ergänzt werden und wer weiß: Vielleicht hat jemand Ähnliches erlebt wie der/die SchreiberIn. Auf diese Weise wird auf jeden Fall eines deutlich. Kunst und Musik kann heutzutage vor allem eines: die Menschen verbinden. 


 

 

 

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