5 Fragen an Jan Peter Tripp

 Die Wechselausstellungen der LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen leben von der Vielfalt, die von den jeweils gezeigten Künstler*innen mitgebracht wird. Besonders in Überblicksschau wie die derzeitigen Ausstellung „Räuber Hotzenplotz, Krabat und Die kleine Hexe. Otfried Preußler – Figurenschöpfer und Geschichtenerzähler“ (18.9.2022-15.1.2023) stehen sich unterschiedliche Zeichner*innen in Form ihrer Kunstwerke gegenüber. Mit der Serie „5 Fragen – 5 Künstler*innen“ gehen wir deren Ansichten zum ausgestellten Thema, zur Kunst und zum Leben im Allgemein auf die Spur.

Dafür heißen wir zu Beginn Jan Peter Tripp bei uns willkommen. Er ist der Sohn von Franz Josef Tripp, der als Illustrator legendärer Kinderbücher wie beispielsweise Otfried Preußlers „Der Räuber Hotzenplotz“ unvergessen ist. Jan Peter Tripp selber ist unter anderem bekannt durch seine Portraits zahlreicher Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur, darunter der Manager Wendelin Wiedeking, der Schauspieler Bruno Ganz und der Dichter Hans Magnus Enzensberger. Heute zählt er zu den wichtigsten Vertretern des deutschen Realismus. Er lebt und arbeitet im Mittelbergheim im Elsass.  

Abb. Jan Peter Tripp Foto © Klaus Hohnwald

Nathalie Schraven: Ihr Vater, Franz Josef Tripp, hat mit seinen Illustrationen zum „Räuber Hotzenplotz“ weltweite Berühmtheit erlangt. In wie weit waren Preußlers Geschichten in Ihrer Kindheit präsent?

Jan Peter Tripp: Da mein Vater ein begeisterter Leser war, lagen überall die mannigfaltigsten Bücher herum. So kam schon das Kind frühzeitig an Werke von Melville, dem Don Quijote und natürlich an Preußler und Michael Ende heran.
Bei Letzteren war natürlich die entstehende Bebilderung durch den Vater ein spannender Vorgang, der jeden Abend von Mutter und Kind begutachtet wurde.

Abb. Illustration von F. J. Tripp, Mathias Weber aus Otfried Preußler, Der Räuber Hotzenplotz © by Thienemann in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, Stuttgart

NaS: In der aktuellen Ausstellung sind Kolorationen zu sehen, die Sie, basierend auf den Zeichnungen Ihres Vaters, erstellt haben. Wie sehr hat Ihr Vater Ihren künstlerischen Werdegang beeinflusst?

JPT: Die Tatsache, dass mit großer Selbstverständlichkeit überall Farben, Pinsel und Zeichenmaterial abgelegt war, stellte an sich schon eine nonverbale Beeinflussung dar. Dem früh schon ständig malenden Sproß gedieh aber keine Formation an wie im schulischen Kontext.

NaS: Wenn Sie Ihre Werke von früher und heute vergleichen, was ist der Unterschied?

JPT: Ein gewisser Erfolg über die Jahre beim Vermeiden von Geschwätzigkeit in Bild oder Radierung.

NaS: Was bedeutet für Sie der Begriff Kunst?

JPT: Freiheit. Selbst den hausgemachten Unfähigkeiten gegenüber.

NaS: Was würden Sie jemandem raten, der heute Künstler*in werden möchte?

JPT: Wenn du sicher bist, dass deine Intentionen stark genug sind und dass es deine Intentionen sind: Don’t give up. Straight ahead…

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