Samstag, 13. Februar 2021

"Ein neuer Blickfang" - Dr. Christine Vogt über RED HEELS

Wir führen unseren RED HEELS-Countdown weiter fort – dieses Mal mit Dr. Christine Vogt im Gespräch mit unserer Social Media-Volontärin Karoline Seck. 

KS: Wie lange und woher kennen Sie Heiner Meyer? 

CV: Zu unserer Ausstellung „LET’S BUY IT! – KUNST UND EINKAUF“ 2017 habe ich das erste Mal Werke von Heiner Meyer in eine Präsentation integriert. Der Wittener Kunstsammler Detlef H. Mache hatte mir einen Katalog zukommen lassen und hat dann auch den persönlichen Kontakt hergestellt. 

KS: Wie kam es zu der Idee, dass das „rosa Schloss“ rote High Heels bekommen sollte? 

CV: Die Idee hat natürlich Heiner Meyer erdacht. Seit ein paar Jahren steht der Sockel vor der LUDWIGGALERIE, auf dem früher Keith Harings „Head through Belly“ zu sehen war, leer. Ich habe lange überlegt, wen ich fragen könnte, etwas dafür zu entwerfen. Und so hat Heiner Meyer auf meine Anfrage ein paar Entwürfe gemacht und die Schuhpyramide hat überzeugt.

RED HEELS - Entwürfe in der Ausstellung, Ausstellungsansicht, 2021 © LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen
KS: Welche Schritte waren nötig, um das Projekt zu verwirklichen? 

CV: Zunächst ist der Entwurf natürlich der zentrale Punkt. Dann haben wir überlegt, was es alles braucht. Als ich im Vorstand des Freundeskreises der LUDWIGGALERIE das Projekt dann vorgestellt habe, hat unsere 1. Vorsitzende Jutta Kruft-Lohrengel gleich angeboten, sich mit zu kümmern. Ihr ist dieses wunderbare bürgerschaftliche Engagement zu danken.

KS: Wie lange hat es von der Idee bis zur Enthüllung der Skulptur gedauert?

CV: Etwas mehr zwei Jahre. Wobei die tatsächliche Umsetzung mit all ihre Gewerken nur etwa ein halbes Jahr gedauert hat. 

KS: Wie lief der Finanzierungsprozess der Skulptur ab? 

CV: Jutta Kruft-Lohrengel hat verschiedene Firmen angesprochen, ob sie sich eine Unterstützung vorstellen könnten. Und das konnten sie. So hat uns Klöckner den Stahl zur Verfügung gestellt. Apparatebau Franken hat den Ausschnitt gemacht und alles koordiniert (ohne Herrn Franken hätte das so nicht geklappt!), Büro Diekmann hat die äußerst komplizierte Statik berechnet und die wefa in Essen hat den Speziallack gestiftet. Schließlich haben wir über den Freundeskreis noch ein Crowdfunding gemacht, bei dem fast 8.000 € zusammengekommen sind. Damit können eventuell noch anfallende Kosten für die Herrichtung des Sockels etc. bezahlt werden.

Screenshot der Seite von "Oberhausen Crowd"

Hier muss auch noch erwähnt werden, dass Heiner Meyer uns auch den Entwurf geschenkt hat. Ich möchte allen – hier sei ausdrücklich auch die Stadt Oberhausen genannt, die uns als Träger immer vorbildlich unterstützt – ganz, ganz herzlich für diesen großartigen Einsatz für die LUDWIGGALERIE danken! 

KS: Wie verlief der Prozess, „um die Skulptur herum“ eine Ausstellung zu verwirklichen? 

CV: Als wir den Entwurf ausgesucht hatten, sagte Heiner Meyer: „Ihr macht doch immer so Themenausstellungen. Dann musst Du jetzt was zum Schuh in der Kunst machen.“ Zuerst dachte ich: „Nee, das interessiert mich gar nicht.“ Aber dann habe ich mal überlegt, was es kunsthistorisch zu dem Thema denn so gibt. Und es ist ja ein wahrlich weites Feld und auch ein faszinierendes Thema.

Dr. Christine Vogt im 2. OG inmitten verschiedenster Werke, 2021 © LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen
KS: Wieso gerade rote High Heels?

CV: In der Pop Art spielt der Schuh, speziell der Frauenschuh, von Anfang an eine zentrale Rolle. Und so eben auch im Werk von Heiner Meyer. Als Fetisch, Schönheitsideal und natürlich Statussymbol ist der Schuh ein unverzichtbares Detail. So kam es zu der Form und Rot lag als Signalfarbe, Farbe der Liebe und des Begehrens, nahe und passt natürlich bestens zum rosa Schloss.

KS: An welchem Ort an der LUDWIGGALERIE wird die Skulptur aufgestellt?

CV: Wie schon erwähnt gibt es einen großen Skulpturensockel direkt von dem Haupthaus der LUDWIGGALERIE. Dort wird die etwa sechs Meter hohe Schuhpyramide zukünftig zu sehen sein.

Fotomonate einer 3D-Simulation, 2021 © LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen
KS: Was wird die Skulptur für Oberhausen bedeuten?

CV: Ich hoffe, dass sie sich schnell zu einem Wahrzeichen und einer kleinen Landmarke entwickelt. Der Standort an der Konrad-Adenauer-Allee bedeutet ja, dass viele Oberhausener Gäste, die zum Beispiel zum Centro fahren, an RED HEELS vorbeikommen. Und auch für die Oberhausenerinnen und Oberhausener wird sie sicherlich ein neuer Blickfang sein. So kann mit dem Schloss auch wieder im Vorbeifahren direkt Kunst verbunden werden.